Mold:
Zuerst beginne ich mit der Mold, die ich zum Einspannen der Zargen brauche. Dafür verwende ich Abfallholz mit einer Stärke von 19 mm aus MDF und schneide sie erst einmal grob zu. Dann werden vier Platten aufeinander geleimt und nach dem Trocknen im Winkel auf das benötigte Maß vom 530mm x 620mm zugeschnitten.
Jetzt wird die Korpusform auf die zukünftige Mold übertragen.
Die Form habe ich bereits aus einem anderen MDF ausgesägt, das später den Korb geben wird, über den ich mit meinem Foxbender die Zargen biegen werde.
Jetzt werden die Umrisse mit der Bandsäge ausgesägt und an der Bandschleifmaschine versäubert.
Um die Mold später auch auseinander nehmen zu können, habe ich sie mit Plattenverbindern zusammengezogen.
Biegekorb:
Der Korb wird ca. drei Millimeter kleiner als die Mold, da das Zargenmaterial in etwa diese Stärke haben wird. Würde man die Zargen über einen Korb biegen, der gleich groß ist wie die Mold, würde diese nicht mehr in die Form passen.
Nachdem an der Bandschleifmaschine das überschüssige Material vom Rand abgeschliffen ist, werden die Löcher für die Stangen gebohrt, die den Korb zusammenhalten.
Die Bohrungen müssen sehr nahe am Rand sein, damit die Form später exakt auf das Holz übertragen wird.
Für die Stangen verwende ich alte Gasleitungen mit einem Durchmesser von 12 mm. Die Länge der einzelnen Stangen beträgt 155 mm. Dadurch ergibt sich, nachdem die Seiten angebracht sind, eine Breite von 120 mm, um das Zargenmaterial aufzulegen. Sollte einmal eine breitere Zarge gebogen werden, liegt das Holz zusätzlich auf den Seiten auf.
Abschließend versiegle ich die Mold noch, um sie gegen Feuchtigkeit und Schmutz zu schützen.
Um die Zargen in der Mold zu verspannen, fertige ich ebenfalls aus Abfällen die Klötzchen an, zwischen die dann die Spanner gesetzt werden. Die Seilspanner bekommt man im Baumarkt.
Dishboards:
Wenn wie in diesem Fall mit gebogenem Back und Top gearbeitet werden soll, benötigt man noch Dishboards.
Mit diesen Boards wird die Beleistung an den Radius angepasst und beim Verleimen dient es als Form.
Meine Lieblinsfirma in den USA hat die von mir benötigten Teile. Leider ist auch der Preis nicht ohne. Für ein Dishboard bezahlt man ca. 70,00 Euro. Dann kommt noch die Mehrwertsteuer dazu, und das Ding kostet ohne Versand 74,00 Euro!
In solchen Fällen ist es von großem Vorteil, wenn man Freunde hat, die auch am Gitarrenvirus erkrankt sind. Wenn die dann wiederum jemanden kennen, der Zugang zu einer CNC hat, ist die Welt zwar klein, aber perfekt.
Ich sage nur, Danke Edi!!!
Für das Grundmaterial verwende ich auch hier wieder MDF aus Abfallbeständen. Ich schneide vier Teile mit ca. 650mm x 650mm aus der Platte und verleime dann je 2 Stück miteinander. Abschließend wird dann im Winkel auf 610mm x 610mm Endmaß geschnitten.
Die Stärke beträgt jetzt ca. 30mm. Nun kommt die CNC zum Einsatz.
Das passende runde Schleifpapier, das in das Dishboard gelegt wird, habe ich aus einem ausgedienten Schleifband einer Breitband-Schleifmaschine geschnitten.
Der Kaufpreis wäre wieder bei ca. 30,00 Euro gelegen.
Ich verfüge jetzt über je ein 20-Foot-Dishboard für den Rücken und ein 28-Foot-Dishboard für das Soundboard.
Der finanzielle Aufwand für diese Grundausstattung hat mich in etwa 100 Euro gekostet. Hätte ich das Zeug einfach bestellt wäre ich ca. 700,00.- Euro los gewesen.
Natürlich war das nur möglich, weil ich die von mir verwendeten Materialien schon lange vorher zur Seite gelegt hatte, anstatt sie zu entsorgen.
Die Vorteile, was den Selbstbau der benötigten Werkzeuge betrifft, sind schnell auf den Punkt gebracht.
Neben dem Sparen von Geld, setzt man sich schon im Vorfeld sehr intensiv mit der Materie auseinander. Die Erfahrungen und Gedankengänge während der Herstellung von Werkzeugen sind unbezahlbare Ressourcen, auf die während der Bauphase des Instrumentes zurückgegriffen werden kann.
Und ehrlich gesagt, wird das Instrument für mich erst so zu etwas Besonderem. Gitarrenbau ist eben nicht nur das Anfertigen von Instrumenten. Da gehören noch jede Menge anderer Arbeiten dazu, die gerne unterschätzt werden.
Für mich gehören diese Arbeiten zu den schönsten, denn sie ebnen den Weg zum Ziel.