Der Hals wird aus Riegelahorn angefertigt und ist einteilig.
Das Stück Ahorn, das hier zur Verwendung kommt, hat stehende Jahre und wird daher von mir bevorzugt verwendet.
Den Halsstab setze ich von hinten ein und der ,,Skunkstripe'' wird aus Makassar-Ebenholz und einer zusätzlichen Ahorn-Einlage gemacht. Das ist etwas aufwändiger, als wenn ich einen einfachen Nussholzstreifen einsetzen würde. Die Optik spielt aber auch eine Rolle, und es verleiht der Gitarre ein eigenständigeres Aussehen.
Zur Verwendung im Inneren des Halses kommt ein 2-Weg-Trussrod. Der Vorteil gegenüber traditionellen Stäben ist, dass der Fräskanal durchgehend die gleiche Tiefe hat und die Halskrümmung in beide Richtungen einstellbar ist.
Ob so etwas notwendig ist oder nicht, lässt sich natürlich diskutieren. Nachdem ich mich allerdings schon sehr lange vor meiner Gitarrenbautätigkeit mit Gitarren beschäftigt habe, ist mir schon viel untergekommen, was man mit einem 2-Weg-Trussrod hätte einfach in den Griff bekommen können.
Holz ist ein Naturstoff, den man gut einschätzen kann, wenn die Umgebungstemperaturen, die Luftfeuchtigkeit und der Umgang sich in einem ausgewogenen Verhältnis dazu bewegen.
Ich sehe aber immer wieder, dass Gitarren auf dem Boden oder auf der Erde liegen, im Sommer in überhitzten und im Winter in eiskalten Autos bleiben und somit Umständen ausgesetzt sind, für die sie nicht vorgesehen sind.
Dass da so manches Stück Holz eine Eigendynamik entwickelt, ist nur verständlich, und daher gehe ich wenigstens da auf Nummer sicher, wo es in einem vernünftigen Verhältnis möglich ist.
Die Mensur des Griffbrettes beträgt 25,5" und wird von mir direkt auf das vorbereitete Holz geschnitten. Dafür habe ich meine Fräse etwas umgebaut und mit einem eigens dafür vorgesehenen Sägeblatt für Bundschlitze ausgerüstet.
Die Bünde werden somit sehr präzise.
Ahorn- und Rosewoodhölzer lassen sich auch von Hand sehr gut bearbeiten.
Nachdem die Schlitze gesägt sind, zeichne ich die Umrisse des Halses auf und übertrage die Mittellinie auch auf die Rückseite.
Jetzt lässt sich die Position des Halsstabes sehr gut anzeichnen, und der Kanal für den Trussrod kann gefräst werden.
Maßangaben werde ich hier keine machen, da es sehr viele unterschiedliche Modelle von Halsstäben gibt. Da muss der Kanal immer individuell angepasst werden.
Bei meinen Modellen fräse ich zusätzlich noch einen etwas breiteren Kanal über den Trussrod, in den dann der Skunkstripe eingeleimt wird.
In diesen fräse ich wiederum einen weiteren Kanal, in den dann ein Ahornstreifen kommt.
Nachdem diese Arbeiten verrichtet worden sind, schneide ich die Umrisse des Halses aus und bringe ihn auf sein Endmaß.
Für diesen Arbeitsschritt habe ich ein Template aus Kunstharz angefertigt. Dieses Material ist formstabil und hält den Anpressdruck des Fräslagers aus. Da ich ja noch die eine oder andere Strat bauen werde, ist diese Zeitinvestition absolut gerechtfertigt.
Mit der Bandsäge wird, knapp an der Markierung, der Hals grob ausgeschnitten.
Den Rest erledige ich dann mit der Oberfräse und einem Bündigfräser mit oben liegendem Kugellager.
In das Template habe ich die Bohrlöcher für die Tuner bereits eingearbeitet und bohre diese jetzt in das Holz.
Nun folgt das Ausarbeiten der Vertiefung bei der Kopfplatte.
Zuerst zeichne ich die Endstärke an und schneide dann wieder mit der Bandsäge das Gröbste weg. Den Rest erledige ich mit meiner Bandschleifmaschine. Die Stärke der Kopfplatte ist von dem zur Verwendung kommenden Tuner abhängig. Daher kann auch hier keine zuverlässige Maßangabe gemacht werden.
Um die Arbeiten zu vervollständigen, werden noch die Dots angezeichnet und gebohrt. In diesem Fall habe ich mich für schwarze, im Durchmesser 6mm-Dots entschieden.
Nachdem die Dots eingeklebt und trocken sind, wird der Griffbrettradius geschliffen.
Den Radius mache ich mittels eines Schleifklotzes direkt auf den Hals. Ich habe mich nach langem Hin und Her für einen 10'' Radius entschieden.
Die Originale haben meines Wissens je nach Modell und Baujahr Radien von 7 1/4'' bis 12''.
Ganz am Schluss arbeite ich das Halsprofil heraus, was zum größten Teil in Handarbeit geschieht.
Ich habe jetzt schon einige Hälse angefertigt, und noch immer ist die Faszination und das Gefühl unbeschreiblich.
Es erfüllt mich mit einer tiefen Zufriedenheit und Freude, dieses wichtige Teil einer Gitarre zu schaffen.
Zum Abschluss werden die Side-Dots gebohrt und eingeklebt.
Bevor es ans Bundieren geht, lackiere ich das Griffbrett, damit auf den Bundstäben kein Lack ist.