Polieren

Das Polieren ist dann wohl einer der schönen Momente, da man vor einem Abschluss steht. Ich fasse die Arbeitsschritte einfach einmal zusammen und versuche damit zu zeigen, wie ein hochwertiges Ergebnis erzielt werden kann.

Nachdem der letzte Lackiergang gemacht wurde, lasse ich das Ganze erst einmal liegen. So kann der Lack noch einfallen und bleibt später dann ruhiger. Den ersten Schliff mache ich mit einer 800er-Körnung, um eine saubere Fläche zu bekommen. Dann steigere ich auf 1000er- und dann 1200er-Körnung. Wann es genug ist, erkennt man nur durch ausreichende Erfahrung. Ich musste schon während des Polierens feststellen, dass ich nicht gut genug vorgeschliffen hatte und noch einmal von vorne beginnen.

Nach dem Schleifen arbeite ich mit meiner Schwabbelmaschine weiter. Es geht aber auch eine Handpoliermaschine mit niedriger Drehzahl. Meine ersten Gitarren habe ich alle so poliert, und die Ergebnisse waren einwandfrei. Etwas komfortabler ist allerdings die Schwabbel-Methode.

Der Body durchläuft bis zu vier Durchgänge mit unterschiedlichen Polierpasten der Firma Menzerna. Die Pasten bekommt man übrigens bei Andreas Rall. Ein zuverlässiger und angenehmer Geschäftspartner und Gitarrenbauer.

Die Zeitersparnis gegenüber dem Polieren mit der Handmaschine kann ich nicht sagen. Der Vorteil liegt darin, dass ich beide Hände für den Korpus habe und somit eine bessere Kontrolle. Nachteilig sind sicherlich die Schleifspuren der Polierscheiben. Die sieht man aber auch auf Edelmarken und vorwiegend auf dunklen Untergründen. Aus dem Grund wird auch nach dem Schwabbeln noch einmal von Hand nachpoliert.

Das Ergebnis ist professionell und steht einem gekauften Produkt um nichts nach. Oft ist das eigene sogar hochwertiger.

Der Arbeitsaufwand bis dahin ist aber ein langer Weg.

 

Juli  2010         

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