Ich beschreibe hier meine Methode, die natürlich je nach Verfügbarkeit der „Kochmöglichkeiten“ auch anders gemacht werden kann.
Es geht ja nur um die Eckdaten der Sache und die verhalten sich immer gleich.
Zur Verwendung kommt Paraffinwachs gemischt mit 20% reinem Bienenwachs. Das wird langsam auf ca. 65° Celsius erhitzt.
Wenn das Wachs zu heiß wird, besteht höchste Brandgefahr und die Spulen verziehen sich. Ich mache diese Arbeit grundsätzlich nur an der frischen Luft. Manche Magnete machen schon bei diesen Temperaturen Schwierigkeiten und verlieren an Magnetismus. Die müsste man vor dem Wachsen herausnehmen. Den Alnicos macht das aber nichts aus. Zur Verwendung kommt bei mir eine eigens dafür entfremdete Friteuse.
Das Wachs erhält man z. B. im Reformhaus.
Tipp:
Ich bohre vor dem Wickeln (Foto) Löcher in die Bobinen, damit das Wachs auch an die Stellen kommt, die sonst nicht erreicht werden. Die dabei entstehenden Gräten unbedingt entfernen!!!
Wenn die Spulen im Wachsbad sind, kann man beobachten, wie Luftblasen aufsteigen. Wenn das der Fall ist, tut das Wachs seine Arbeit. Solange Blasen aufsteigen, bleibt der Pickup im Wachsbad.
Als Richtzeit kann man aber 15 min hernehmen.
Die Temperatur muss immer wieder kontrolliert werden.
Die 65° C sind wirklich die Obergrenze.
Jetzt werden die PUs zum Auskühlen auf Backpapier gelegt.
Wenn sie so weit abgekühlt sind, dass man sie anfassen kann, wird mit einem Baumwolltuch das Wachs von der Oberfläche geputzt und poliert.
Das war es schon. So einfach funktioniert das Ganze.
Ich habe schon eine ganze Menge gemacht und habe natürlich auch experimentiert. Um die Ergebnisse mit anderen Pickups zu vergleichen, verwende ich meine „Test-Les Paul“. Damit kann ich die Unterschiede 1:1 hören und gegebenenfalls darauf reagieren.
Um aber einmal einen Tonabnehmer zu bauen, braucht man das natürlich alles nicht.
Was ich beim Selbstbau der Tonabnehmer gelernt habe, ist nicht in einem Satz zu beschreiben. Eines steht für mich aber fest. Was uns von der Werbung verkauft wird, hält in vielen Fällen nicht, was es verspricht. So ein Selbstbauprojekt – und sei es nur für ein Mal – bringt uns der Gitarre und vielleicht sogar unserer Einstellung zum eigenen Gitarrenspiel näher.
Ich würde mich sehr freuen, wenn der eine oder andere mich an seinen Erfahrungen mittels Feedback teilhaben ließe, und wünsche euch viel Spaß und Erfolg bei diesem Projekt.
Wer noch interessante Infos zu alten haben möchte, wird under dem Link PAF fündig.