Hals & Griffbrett

In den letzten Wochen bin ich sehr wenig dazu gekommen, an diesem Instrument weiter zu arbeiten. Wenn man nicht dranbleiben kann, ist das schon ein weniger lustiges Unterfangen, eine Gitarre zu bauen. Umsomehr freut es mich, dass es jetzt langsam ins Finale geht und das Lackieren vor der Tür steht. Zuerst aber noch zum Hals und dem Griffbrett.

 

Den Hals mache ich nicht wie sonst in einem Guss, sondern werde die Kopfplatte anschäften, wie das beim Original der Fall war.

Zu Beginn war mir die Bauart eigentlich nicht sehr sympathisch. Zu viele Einzelteile, die zudem, für mein Empfinden, optisch kein schönes Bild ergaben. Das hat sich während des Bauens völlig geändert. Zugegeben, ich hätte schneller einen einteiligen Hals hergestellt. Allerdings wäre mir dann auch die Erfahrung nicht zuteil geworden, die ich gemacht habe.

Die Vorzüge und die Schönheit dieser Bauart liegen in den Details, von denen es bei diesem Hals eine Vielzahl gibt. 

 

Vorweg kann ich schon einmal sagen, dass ich nicht glaube, dass der Klang dadurch „gypsymäßiger“ oder gar besser wird. Es ist auch, wie bereits erwähnt, mit mehr Arbeit verbunden, wenn man sich für diesen Weg entscheidet. Da Herr Maccafferri vom traditionellen Gitarrenbau kam und eigentlich dieses Modell als Weiterentwicklung der klassischen Gitarre sah, ist es auch nicht verwunderlich, dass er die Kopfplatte so angebracht und den Hals so konstruiert hat. Ausschlaggebend für mich, diesen Weg zu gehen, waren mehrere Faktoren. Einmal, weil es für mich eine neue Technik ist, die es zu erlernen gilt. Weil ich mich am Original orientiere, was die Verarbeitung anbelangt, und es natürlich auch Material spart. Neben einer besseren Stabilität an der Übergangsstelle von Hals und Kopfplatte, dürfte das ursprünglich auch der Grund für diese Form der Halsgestaltung gewesen sein.

Den Beginn machten wieder Vorbereitungsarbeiten, wie das Herstellen diverser Templates und Vorrichtungen, um all die Winkel zu schneiden, die benötigt werden. Das Template für das Griffbrett ist für eine 670mm-Mensur und wurde aus einem Kunstharzrest gemacht. Am Rande sei erwähnt, dass ich noch für keine Gitarre so viel Vorbereitungszeit gebraucht habe. Diese Bauart verlangt schon einiges ab. 

 

Aus einem alten, abgelagerten Stück europäischen Nuss-Holzes habe ich dann die Teile, die benötigt werden, ausgesägt, dann auf Maß gehobelt und später in der Tischlerei kalibriert.

Um meine Templates und Hilfsvorrichtungen zu testen, habe ich aus Multiplex-Resten ein Muster gefertigt. Erst nachdem ich sicher war, dass alles passt, habe ich mich an das vorbereitete Material aus Nuss gewagt.

 

Nun aber genug gequasselt. Die Bilder sollen einen kleinen Einblick in den Entstehungsprozess gewähren.


Februar 2012   

''Django'' Gitarre

Hals & Griffbrett

Lackierarbeiten und  

Hals verleimen.

Bridge & Sattel

Komplettieren

 

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