November 2018

Fender Telecaster - Umbau

Linus Tele - Bluesmaster

Linus Violingitarre - Modell Paganini

Violingitarren scheiden die Geister und sind, wenn auch nicht in Massen, von fast allen Herstellern in irgendeiner Art und Weise gebaut worden.

Natürlich fällt mir zuerst der Höfner Violinbass ein, von dem es auch ein Gitarrenmodell gegeben hat. Auch Gibson hat einen Violinbass gebaut. Um einige Nahmen zu nennen sind da Framus, Yamaha, Migma usw., die solche Modelle hatten. 

Mir hatte es der Höfnerbass vom ersten Moment an angetan. Als ich dieses Instrument vor über 25 Jahren zum ersten Mal in Händen hielt, war ich irgendwie schon angefixt.

Was mir allerdings an den Violingitarren nicht gefallen hat, und das hatten sie alle gemeinsam, war die Tatsache, dass das Hauptaugenmerk auf die Form der Korpus-Taille gelegt war und der Rest dieser Instrumente nicht im Entferntesten etwas mit einer Violine bzw. mit deren Optik zu tun hatten.

Nun ist es ja tatsächlich nicht von Notwendigkeit, dass eine Gitarre sich an einer Violine orientiert, aber wenn sich ein Modell Violingitarre nennt, ist für mich kein Platz für oberflächliche Hudeleien.

So hatte ich seit langer Zeit die Umsetzung eines solchen Instrumentes im Kopf und wagte mich diesen Sommer an die Planung.

Schnell zeigte sich, dass es sehr viele Punkte gab, die eine sich an der Bauart der Violine orientierende Umsetzung sehr schwer machen würden.

Manches ist zugunsten der Funktion, und das hat selbstverständlich oberste Priorität, nicht wie bei einer Violine umzusetzen gewesen. Ein Punkt war die Kopfplatte. Um eine im Gitarristenalltag funktionierende Mechanik zu montieren, habe ich auf den Wirbelkasten verzichtet. Es hätte Mechaniken auf dem Markt gegeben, die eine originalgetreue Umsetzung eines Geigenkopfes ermöglicht hätten. Der Preis der Mechaniken wäre aber bei ca. 600 € gelegen.

Und da es sich ja um eine Gitarre handelt, erschien mir der von mir eingegangene Kompromiss akzeptabel.

Mensur und Grundform des Korpus orientiert sich an einer Les Paul.

Die Bauart aber an der einer Violine. Der Korpus selbst ist hohl, die Decke ist aus Fichte, die Zargen der Rücken und der Hals sind aus Ahorn. Das Tailpiece ist aus Ebenholz ebenso das Griffbrett. Alle Einlagen wurden aus Ahorn gefertigt, um möglichst ruhig und bescheiden mit den eingesetzten Materialien eine optische Harmonie herzustellen.

Ausgelegt ist das Instrument für den Jazzeinsatz und hat daher nur einen Tonabnehmer am Hals. Es handelt sich dabei um einen Humbucker, der in ein Ebenholzgehäuse vergossen wurde.

Die Verschaltung ist recht einfach und ermöglicht einen Betrieb in Humbucker oder Singelcoil-Variante. Zusätzlich gibt es noch einen Tonregler.

Das Gewicht ist der absolute Hammer. Voll bestückt und einsatzbereit bringt das Instrument gerade einmal knappe 2 Kilogramm auf die Waage.

 

In den kommenden Monaten entsteht ein Violingitarrenmodell, das dann die Bestückung für die härtere Gangart haben wird. Mehr Informationen gibt es aber nicht, da ja auch ein bisschen Spannung gut tut.

 

Baudokumentation gibt es zu diesem Instrument keine. Auch bei den folgenden Modellen ist keine Dokumentation geplant, da der Zeitaufwand viel zu groß ist. Einige kleine Impressionen zu diesem Instrument sind im Anschluss aber zu sehen.

 

Abschließend möchte ich noch sagen, dass es mir sehr wohl bewusst ist, dass dieses Instrument dazu neigt zu polarisieren. Es gab schon im Vorfeld unterschiedliche Reaktionen zu der Idee und dem Entwurf des Instrumentes. Die Reaktionen reichten von totaler Abneigung bis hin zu absoluter Begeisterung. Dazwischen gab es interessanterweise nichts. Wer mich kennt weiß, dass ich mich weder von Zuspruch noch von Ablehnung leiten lasse. Um den Instrumentenbau weiterhin spannend zu halten ist es für mich wichtig, auch Wege zu beschreiten, die nicht die breite Masse ansprechen, sondern der Handwerker und Künstlerseele genüge tun.

Mir hat der Bau dieser Gitarre besonders viel Freude und Pionieremotionen beschert. So darf es nicht verwundern, wenn ich dieses Instrument als mir am nächsten empfinde.

Man darf also schon auf das nächste Modell gespannt sein, das dann nicht mehr ganz so bescheiden in der Optik ausfallen wird.