Terminator 0,5 Watt

Technischen Daten: 


Fabrikat: Linus Terminator Eigenbau 


Model: Terminator R.I.P 


Leistung: 0,5 Watt 


Eingänge: 1x auf der Stirn 


Ausgänge: 1x am Hinterkopf

Regler: 1x Volumen an der rechten Schläfe 1x Master an der linken Schläfe Stromversorgung: 9V Batterie oder Netzgerät 


Der Schalter zum Einschalten ist in der rechten Augenhöhle und die Kontrollleuchte in der linken Augenhöhle. 


Betrieben wird das Höllenteil mit einer Marshall 6912 Box aus der Anniversary Serie mit 150 Watt Lautsprecher und 8 Ohm. 



 

Und zwischendurch mal was zum schmunzeln.

 

Freigegeben ab 18 Jahren gemäß §14 JuSchG FSK 



 

Der Baubericht dieses Verstärkers ist etwas ungewöhnlich, da die Materialbeschaffung des Gehäuses nur durch einen Zufall und das enge Zeitmanagement überhaupt möglich war. 
Wie ich bereits schon einmal erwähnt habe, bin ich beruflich mit handwerklichen Tätigkeiten betraut. Seit ca. 1 ½ Jahren baue ich Häuser um, und das ist nun mal mit Abrissarbeiten verbunden. So kam es, dass beim Erneuern der Abwasserleitung in einem der Häuser der Keller freigelegt werden musste. Mit einem Kompressor habe ich die ca. 20cm dicke Bodenplatte auf einer Fläche von ungefähr 250cm x 120cm herausgespitzt. Allerdings handelte es sich um eine spezielle Betonmischung, denn in den vorangegangenen Gebäuden konnte ich diese Arbeit an einem Vormittag problemlos erledigen. 
In diesem Fall aber war das eine sehr zähe Sache und ging nur schleppend voran. Als ich dann bemerkte, dass da auch noch dickere Eisen verwendet wurden, bekam ich unheimlichen Druck, denn der Abwasserdienst war bereits auf den nächsten Morgen bestellt worden. Dieser Termin war schon vor ca. einem halben Jahr gemacht worden, da die Wartezeiten enorm lange sind. 
Erst am frühen Abend hatte ich mit der Flex auch die Stahleinlagen herausgeschnitten, aber das Loch war noch nicht gegraben. Da ich durch den am nächsten Morgen folgenden Termin unter Zeitdruck stand, hieß das für mich, eine Nachtschicht einzulegen. Also setzte ich meine Frau in Kenntnis, dass ich diese Nacht wohl nicht mehr nach Hause kommen würde und richtete mich in dem mittlerweile vom Schweiß übelriechenden Keller für die noch kräfteraubenden Grabungsarbeiten ein. Das Loch musste 140cm Tiefe haben, was einer Menge von 4,2m3 Erdmasse entspricht. Mit Bickel und Schaufel grub ich mich durch die Nacht und konnte im Morgengrauen, erschöpft von der harten Arbeit, die letzte Schippe Dreck in den Karren geben. Ich kontrollierte noch einmal die sauber ausgehobene Grube und entdeckte eine helle Stelle, die aussah, ale wäre es ein Stein. Um nicht während der Installationsarbeiten noch einmal in das Loch zu müssen, wollte ich dieses Hindernis noch schnell entfernen. 
Das hätte ich besser lassen sollen, denn das, was ich da gefunden hatte, war nicht schön. 
Vor mir lag ein Totenkopf. Mein Puls begann zu schlagen und ich konnte den Überdruck, der dadurch entstand, in meinem Kopf spüren. Ich konnte kaum einen klaren Gedanken fassen. Was war zu tun? Natürlich sofort die Polizei verständigen, das war klar. Also rannte ich aus dem Keller ins Freie, da ich auf meinem Handy in diesem Verlies keinen Empfang hatte und wählte die Nummer des Notrufes. Als dann endlich die Stimme am anderen Ende erklang, sagte ich aus unerklärlichen Gründen, dass ich mich verwählt hätte. 
Mir war auf einmal wieder eingefallen, was das Ziel meiner Grabungen gewesen war und ich diese Nachtschicht in dem verdammten Drecksloch da unten nur wegen des Erscheinens der Wasserwerke eingelegt hatte. 
Wenn ich jetzt die Polizei geholt hätte. wäre eine unglaubliche Bauverzögerung entstanden, was eine termingerechte Fertigstellung und den damit verbundenen Einzug in das Haus verhindert hätte. 
Außer mir wusste noch niemand etwas von dem grausigen Fund. Somit galt es alle Spuren zu verwischen, womit ich sofort begann. Ich schippte wieder einige Schaufeln Erde in das Loch zurück, um eine etwa 5cm dicke Schicht über die Grabstelle zu bekommen. Mit meinen Schuhen trat ich den Untergrund fest, damit nichts mehr zu sehen war. Dass die faulen Säcke von den Stadtwerken keinen Zentimeter tiefer graben würden, war klar, und so konnte ich mir sicher sein, dass der Fund mein dunkles Geheimnis bleiben würde. Dann räumte ich die Baustelle auf, wusch die Werkzeuge und machte mich auf den Weg in den Geräteschuppen um alles zu versorgen. Verdammt!! Als ich ins Freie kam, lag da der noch vom Dreck des Kellers bedeckte Schädel. Ich hatte ihn wohl mit nach oben genommen, als ich die Polizei verständigen wollte. Um auch diese Spur zu beseitigen, hätte ich noch einmal in den Keller müssen und ihn dort vergraben. Dazu blieb aber keine Zeit mehr. Was sollte ich mit dem Teil nur tun? Egal, wohin ich ihn verschwinden lasse, man würde ihn früher oder später finden und dann kommt die Maschinerie ins Laufen. Das kennen wir ja alles aus den Fernsehserien. Rekonstruktion des Gesichtes, Vermisstenaufruf in den Medien, DNA-Spuren, und dann sind sie bei mir. Also konnte ich ihn nur in meinem engsten Umfeld verstecken, aber wie und wo macht man das am unauffälligsten? Als Resonanzkörper für eine akustische Gitarre oder gar eine Dobro schien mir das Klangverhalten eher ungeeignet und das Aussehen doch etwas zu ungewöhnlich. Da fiel mir ein, dass mein Freund Harry mir einmal aus Langeweile einen 0,5Watt-Verstärker zusammengelötet hatte. Das war die Gelegenheit, dieses Kabelgewirr, das schon lange bei mir herumlag, endlich in ein Gehäuse zu verbannen. Also begab ich mich in die Werkstatt, entfernte den Schmutz und die noch letzten verbliebenen Haare. Dann begann ich mit der Lochsäge und dem Bohrer, den nicht unfreundlich wirkenden Schädel zu bearbeiten. Nach einer Weile war ich dann so weit und befestigte noch den losen Unterkieferknochen am Rest des Schädels. Mein Gemütszustand hatte sich wieder normalisiert, und so begann ich mit dem Einbau der Elektronik. Die Position der einzelnen Komponenten ergab sich wie von selbst, da die Anatomie eine natürliche Anordnung geradezu aufzwingt. 
Zuhause angekommen, konnte ich es nicht erwarten, meinen neuen Freund singen zu hören und schloss ihn gleich an meine Marshall 1x12“ er Box an. 
Ein Vintage-Sound erfüllte meine gute Stube. Man konnte es förmlich hören, dass das Gehäuse aus langjährig abgelagertem Material gebaut worden war. 
Um den Verdacht bei meiner Frau erst gar nicht aufkommen zu lassen, dass da was nicht stimmt, musste ich jetzt aber schleunigst unter die Dusche, denn ich roch nach dieser arbeitsreichen und turbulenten Nacht nicht gerade wie ein Lebender. 

Das Ergebnis könnt ihr euch auf den Fotos ansehen. Vielleicht gibt es auch einmal eine kleine Gesangsvorstellung. 
Natürlich ist das alles wahr, was hier geschrieben steht. Wenn das ein Spaß wäre, hätte ich bis Halloween gewartet. 


Ach übrigens, der Einzugstermin für die Familie dieses Hauses ging fristgerecht über die Bühne und das Wasser floss ab. Somit hatte ich meinen Auftrag wieder einmal erfüllt. 
Das war es mir wert. 




 

In meinem ,,rausch'' habe ich das Wichtigste ja vergessen. Nämlich den Sound. 

Klanglich ist der Verstärker nicht übel. Natürlich nur gemessen an dem was er ist und zu leisten vermag. In Verbindung mit der genannten Box ergibt sich ein Spektrum von clean bis bluesig verzerrt ohne das irgend welche schrillen Töne entstehen würden. Es ist stets ein warmer Ton zu vernehmen. Das liegt aber vermutlich am Lautsprecher der in dieser Box verbaut ist. Das ist mir auch schon in Verbindung mit anderen Amps aufgefallen. Um einfach einmal die Gitarre einzustecken um vor sich hin zu spielen, eignet er sich vorzüglich, da ein übersteuern natürlich problemlos zu machen ist. Und das bei einer moderaten Lautstärke.