Februar 2019

 Linus - Green Mamba        

        coming soon

The Green Mamba

Liebe auf den Ersten Blick? Ja, das gibt es!

Bevor ich das Konzept des Instrumentes vorstelle, möchte ich erwähnen, dass die Idee nicht von mir sondern von Paul Waller, Mastershopbuilder bei Fender kommt. Ich bin bei meinen Recherchen über Gretschkonstruktionen ganz zufällig auf die White Chicken ( White Falcon by Gretsch) gestoßen.

Wie eingangs bereits geschrieben, war ich sofort in dieses Instrument verliebt und konnte es nicht lassen selbst eine Interpretation dieser Gitarre  zu bauen.

 

Zum Einsatz kamen folgende Materialien:

Decke: Fichte

Back: Ahorn

Zargen: Ahorn

Hals: Ahorn

Griffbrett: Ebenholz

Tonabnehmer: Linus Custonanfertigung

Bigsby: Customanfertigung

Trestle Versteifung: Fichte

 

Konstruktionsmerkmale:

Erst einmal muss man erwähnen das die White Chicken eine Mensur von 25" (630mm) hat und somit etwas kürzer ist wie die Standard Telecaster.

Der Hals ist eingeleimt und hat einen Schwalbenschwanz. Die Zagren werden aus massivem Ahorn gebogen, Decke und  Back sind natürlich auch aus massivem Holz und werden geschnitzt.

Man kann eigentlich sagen, das es sich um eine richtige Archtop Gitarre handelt. Durch die Formgebung natürlich etwas kleiner und dadurch deutlich angenehmer im Handling. Die Bauart aber ist die Gleiche wie bei einer Jazzgitarre.

Bei den Vorbereitungen und Planungsarbeiten bin ich auf eine interessante Information gestoßen was das Innenleben der alten Gretschmodelle anbelangt.

Ich wolte natürlich möglichst nahe an der White Falcon bauen und die hat wie man weiss, keinen Soundblock. So stieß ich auf die Trestle-Versteifung oft auch als 1959 Bockverspannung bezeichnet.

Was ist das denn wird man sich jetzt vielleicht fragen.

Ich fand folgende Informationen die ich hier gerne zusammenfasse.

 

Auf begehr von Chet Atkins entwickelte Gretsch in den späten 1950er Jahren die Trestle-Versteifung. Grund war das Atkins das typische Feedbackverhalten von elektrischen Holkörpergitarren unterdrücken wollte.

Diese Technik hat entscheidende Vorteile gegenüber der meist zur Verwendung kommenden Sound-Post Verspannung in Gitarren dieser Bauart.

Die Trestlemethode kommt heute nur noch bei bestimmten Gretschmodellen zur Anwendung. In den späten 1950er und frühen 1960er Jahren hatte jede Gretsch eine Trestle Versteifung.

Man ging aber dazu über, die bereits genannte Soun-Post Methode anzuwenden die einfacher und schneller umzusetzen ist.

 

Die Sound-Post Methode die am häufigsten zur Anwendung kommt hat nur zwei Auflagepunkte die Decke und Back miteinander verbinden. 

 

Die Trestle-Versteifung ist viel solieder wie die Sound-Post-Versteifung.

Sie besteht aus zwei Brückenförmigen Böcken, daher kommt auch die Bezeichnung Bockverspannung, aus Fichte. Die breite U-Form verläuft parallel zur Mitte im Korpus. Beginnend am Halsfuß endet sie direkt unter die Bridge.

Der Verlauf ist direkt unter den Pickuplöchern.

Da jede Trestle-Klammer zwei Füße (Soundpfosten) hat, gibt es vier Auflagepunkte die mit dem Back verleimt werden. (Die Sound-Post-Verstrebung hat im Gegensatz nur einen Auflagepunkt). Durch die vier Auflagepunkte verbessert sich das Sustain und das Feedback wird verringert. In den späten 1950er und frühen 1960er Jahren wurde jeder der vier Füße durch einen Dübel mit dem Back verbunden und verleimt. 

Natürtlich ist das zusätzliche Arbeit und wird daher bei den heutigen Modellen nicht mehr gemacht. Da wird nur stumpf verleimt. Ich werde selbstverständlich die ursprüngliche Methode anwenden.

 

Die oberen Teile der Klammern werden an die Tonebars geleimt, die ebenfalls parallel an de Unterseite der Decke verlaufen. Mit dieser Verbindung versteift sich die Oberseite viel mehr wie mit den normalen Sound-Post-Verstrebungen.

Der ganz große Vorteil der Trestle-Versteifung besteht darin, dass eine Holkörpergitarre wie eine Solidbody Gitarre reagiert, der klassische Holkörperton aber erhalten bleibt.

Bedeutet, das aufgrund der erhöten Masse (mehr Holz), der erhöten Dämpfung des Aufsatzes und der wesentlich stärkeren Verbindung mit dem Rücken der Gitarre, eine wesentlich höhere kontrolle über die Rückkopplung des Tones besteht.