Finish

Das Polieren ist wie immer eine der letzten, aber auch anstrengendsten Arbeiten. Zuerst wird mit 1200er Schleifpapier geschliffen. Um der Gefahr des Durchschleifens zu entgehen, mache ich diesen Gang von Hand. Das ist zwar zeitaufwändiger, aber sicherer und zu diesem Zeitpunkt der Arbeiten will man auf vermeidbare Fehler verzichten. Und nebenbei hat eine Portion Streicheleinheiten noch nie geschadet.

 

Bevor es aber an das Polieren und Komplettieren geht, mache ich noch einige Vorarbeiten. Da müssen noch die Metallrahmen an das Top angepasst werden und ein Schlagbrett soll auch noch auf das Instrument kommen. Max wünscht sich eines aus Perloid, um wenn möglich etwas gealtert auszusehen. So zeichne ich zuerst einmal ein Schlagbrett, um es dann ausfräsen zu können. Die Originalbrettchen sind meist nicht exakt gefräst und so bleibt mir nichts Anderes als der Selbstbau übrig. Um dem Material, das im Moment ekelhaft weiß ist, einen etwas wärmeren Look zu verpassen, bearbeite ich die Oberfläche mit einer speziell zusammengemischten Lösung aus Nitro und Farbstoffen. Leider sind die Materialien nicht mehr so gut wie die alten. Da ging das noch ganz einfach, aber bei dem Kunststoff, der heute verwendet wird, ist alles etwas schwieriger geworden. Ende des Gejammers und ran an die Arbeit. Zwischen den Behandlungen ist immer etwas Zeit und ich kann mit dem Abrichten der Bundkronen beginnen. 

Danach werden alle Bohrlöcher kontrolliert und gegebenenfalls nachgearbeitet, da durch das Lackieren eine Verengung unvermeidlich ist. Zuletzt wird noch das Sattelmaterial, ein Büffelknochen, hergerichtet, um beim Komplettieren alles zur Hand zu haben.

 

Abschließend folgt das Polieren der Oberflächen. Die Polierprozedur ist im Grunde immer dieselbe. Es wird in insgesamt vier Schwabbelgängen die Hochglanzoberfläche erarbeitet. Wie immer gibt es zu den eben beschriebenen Arbeiten auch wieder Bilder.