Hals

Der Korpus ist fertig und der nächste Schritt ist der Hals. Das Griffbrett ist ja schon vorbereitet und so stellt der Hals die letzte Holzarbeit bei diesem Instrument dar. Max hat ja von mir vor einigen Jahren eine Les Paul bekommen, die einen Ahornhals erhalten hatte. Ich stelle die Rohlinge immer selbst her, und so gehen aus einem Block zwei Halsstücke heraus. So hat Max das Glück, bei seiner ES den Hals vom selben Halsrohling wie bei seiner Les Paul zu bekommen. Bevor ich das Material bearbeite, prüfe ich, ob alles gerade geblieben ist. Was soll ich lange sagen? Ist gerade, hervorragend abgelagert und wartet nur darauf, zum Klingen gebracht zu werden. 

Diesem Verlangen komme ich gerne nach und mache mich mit den gewohnten Werkzeugen an die Arbeit.

Die Herstellung des Halses mache ich trotz CNC-Maschine mit dem Schabhobel, der Ziehklinge, den Feilen etc.

Einen Hals wie den einer Paula oder wie hier einer ES, würde mich auf der CNC zu viel Zeit kosten und mir auch das Gefühl des Gitarrenbauens etwas nehmen. Neben der Wirtschaftlichkeit bei der Herstellung eines Instrumentes, darf auch der Wohlfühlfaktor des Handwerkes nicht verloren gehen. Da der Halsrohling zum Zwischenlagern von mir bereits grob ausgesägt wurde, sind die ersten drei Bilder schon etwas älter. Max wird diese ja bereits kennen, aber der Vollständigkeit halber führe ich diese auch in dieser Baudokumentation auf.

Der Hals erhält wieder einen Zweiweg-Halsstab, da ich mit diesem sehr gute Erfahrungen gemacht habe. Um der Kopfplatte die Breite zu verleihen, die benötigt wird, leime ich an den Seiten noch etwas Material an. Danach wird der Tenon angefertigt. Nun kann das Griffbrett aufgeleimt und die Sidedots installiert werden. Danach wird die Bundierung gemacht. Nach diesen Arbeiten geht es an das Formen des Halses.

Das Halsprofil habe ich etwas schlanker gemacht, um in den oberen

Lagen, beim Hals-Korpus-Übergang, besser bespielbar zu werden.

Da auch der Hals weiter aus dem Korpus steht, wird das Griffbrett, je näher man in Richtung Korpus kommt, auch breiter als bei einer Les Paul. Das ist nicht viel, aber in Summe machen alle diese Kleinigkeiten - in Bezug auf die Bespielbarkeit - etwas aus. Nachdem der Übergang vom Halsfuß an den Korpus angepasst ist, verleime ich Korpus und Hals.

Somit sind die Holzarbeiten abgeschlossen und der nächste Schritt wird bereits das Lackieren sein.