Top - Back & Binding

Eigentlich hätten die Tops etwas schlichter ausfallen sollen. Leider hat der Teufel zugeschlagen und die anfangs vorbereiteten Top und Rückenstücke waren nach der Bearbeitung mit Mark durchzogen. Holz ist eben ein Naturmaterial und nicht bis ins kleinste Detail vorhersehbar. Da kommt schon mal eine Harzgalle bei einer wunderschönen Fichtendecke zum Vorschein oder eben Markstellen beim Ahorn, wie hier. Ich habe mich mit Max abgesprochen und wir haben uns für neues Material entschieden. Dieses ist aus ganz altem Bestand und wurde auch bei meiner ersten Thinline verwendet. Leider ist es etwas geriegelt, was wir ursprünglich vermeiden wollten. Ich denke aber, dass wir am Schluss vielleicht sogar noch ganz glücklich mit der Optik sein werden. 

Der Riegel ist dezent und nicht aufdringlich. Also kein „Pornoholz“, wie Max es zu nennen pflegt.

Die Teile sind nach dem Verleimen und Aushobeln extrem ruhig und lassen sich selbst von Temperaturunterschieden nicht in ihrer Stabilität beeinträchtigen. Dies zeugt von guter Qualität und ist in dieser Größe, die die Tops haben, nicht selbstverständlich. Selbst, nachdem die Form ausgearbeitet und die Innenseite des Tops mit einer dünnen Lackschicht versehen wurde, blieb immer noch alles gerade und ohne Verspannungen.

Ich fertige die Tops in meiner altbewährten Methode an. Zuerst arbeite ich die Höhenlinien aus, die ich im Vorfeld errechnet und gezeichnet habe. Früher wurden die Höhenlinien mit einem Rahmen und der Oberfräse von mir gemacht. Inzwischen übernimmt diese für den Rücken sehr belastende Aufgabe, meine neue CNC-Maschine. Durch die schonende Zustellung und die nicht all zu schnellen Vorschubzahlen, benötigt die Maschine etwa eine Stunde, bis alle Linien abgearbeitet sind. Von Hand war ich etwas schneller, aber nicht immer so präzise. Nachdem die Fräse fertig ist, geht alles wieder so wie immer. Mit Hobel, Ziehklinge, Schleifpapier etc. wird die Wölbung herausgearbeitet. Im Anschluss wird der Innenbereich des Tops ausgearbeitet.

Das mache ich ganz von Hand, da es mir mehr Kontrolle über die Deckenstärke gibt. Danach spanne ich das Top mit dem Mittelblock wieder auf und fräse die F-Holes und Tonabnehmer etc. Beim Rücken ist der Arbeitsschritt derselbe wie beim Top. 

 

Nun wird das Binding in die F-Löcher eingearbeitet. Ich habe extra Material aus den USA bestellt, da man bei uns oft nur ABS-Kantenmaterial bekommt. Dieses hat den Nachteil, dass man es nicht traditionell verkleben kann und Superkleber dazu benötigt. Den wiederum vertrage ich nicht und so habe ich nicht viele Wahlmöglichkeiten. Der Arbeitsschritt ist immer etwas heikel, da alles sauber verklebt sein muss. Man würde jede Unsauberkeit sehen unddas wäre nicht zu kaschieren. 

In der Zeit, in der die Bindings trocknen, mache ich mich an das Rückenteil. Die Arbeit ist gleich wie beim Top und so gibt es da nicht viel Neues zu erzählen.

 

In der Zwischenzeit sind die Bindings trocken und können versäubert werden. Jetzt ist Zeit den Rücken mit dem Zargenkranz zu verleimen. 

Nachdem alles getrocknet ist, werden der Innenbereich des Korpus und Teile des Tops mit einer dünnen Lackschicht versehen. Anschließend klebe ich noch den Zettel in den Korpus und verleime die Decke mit dem Soundblock und dem Zargenkranz.

Jetzt muss alles erst einmal trocknen und dann wird das Binding um den Korpus gearbeitet. 

 

Einige Bilder zu den Arbeitsschritten.