Dezember 2018

Linus Tele - Bluesmaster

Transportschaden Akustikgitarre

Neubundierung & Setup einer Flamenco Gitarre

Diesem Beitrag widme ich etwas mehr Text, da es sich um eine recht Komplexe Thematik handelt. Es gibt auch etwas Einblick in die Lösungsmöglichkeiten die nie die selben sind und immer wieder neu gefunden und entschieden werden müssen. Es gibt kein nur so ist richtig sondern eben mehrere Wege.

 

Bestandsaufnahme:

Gitarre hatte am 12.Bund eine Saitenlage von ca. 4,6mm. Der Hals war sehr stark gebogen, was natürlich Einfluß auf die extreme Saitenlage hatte. Der Untersteg stand sehr schräg und viel zu locker in der Nut, was den Druck auf den eingebauten Tonabnehmer nicht optimal übertägt. Die Folge ist ein schwammiger Ton über den Verstärker.

 

 

Bei genauerm Betrachten, konnte man sehen, dass sdie Bundschlitze etwas zu breit ausgefallen waren und somit die Bundstäbe nur halten konnen in dem man sie mit einem etwas eigenartigen Kleber eingeklebt hatte.

Einen Bundstab muss ich schon einpressen können damit er seinen dienst verrichtet. Warum das bei allen Bundschlitzen zu breit und tief ausgefallen ist, weiss ich nicht.

Wie dem auch sei, das ist jetzt die Vorgabe mit der das Problem behoben werden muss.

 

Weiters konnte beim Steg durch den zu dünnen Knochen oder zu breiter Nut, keine akkurate Saitenauflage erziehlt werden. Ausserdem war die Decke in dem Bereich durch den Saitenzug bereits schon nach oben gewölbt und trug noch seines zu der extremen Saitenlage bei.

 

Maßnahmen:

Zuerst galt es den Hals zu begradigen. Normalerweise würde man das mit einer Heizschine machen. Diesen Vorgang habe ich in der Vergangenheit schon ausführlich beschrieben und gehe nicht mehr näher darauf ein.

 

Hätter man jetzt den Hals erwärmt und zurückgebogen, wäre durch die nicht fachgferechte Bundierung bzw. die zu breiten Bundschlitze das Problem nicht auf Dauer zu beheben gewesen.

Daher habe ich erst einmal die Bundstäbe entfernt. zum schmuntzeln brachte mich der Kleber der verwendet wurde. Nun ja, Bünde raus und Hals kontrollieren. Die Krümmung war deutlich weniger wie unter Spannung und so konnte das Griffbrett begradigt werden. Anschließend wurde eine neu Bundierung gemacht die die Bundschlitze ausfüllen und der Hals somit dem Saitenzug standhalten wird können

 

Mit aufgezogenen Saiten konnte man bereits eine ordentliche Verbesserung der Saitenlage aber vor allem fetstellen, dass der Hals gerade war.

 

Um jetzt eine endgültig gute Saitenlage zu erreichen, musste der Steg bearbeitet werden.

 

Da die Stegeinlage keine Abnahme mehr erlaubte, musste zuerst der Steg etwas abgeflacht und die Nut etwas vertieft werden. Im Anschluß geschliffen und wieder lackiert ist davon nichts mehr sichtbar. Den Stegknochen habe ich dann Passend und ohne viel Spiel eingebaut und das Instrument bespannt. Unter Spannung wurde das Instrument auf den Neck Jigg montiert und eingemossen. danach wurden die Bundkronen abgerichtet. Die Methoden entspricht dem Vorgang des Pluggens. Anschließend wurde das instrument bespannt und von einem guten Freund getestet.

 

Thomas ist ein erfahrener Flamencogitarrist und befand die Saitenlage als zu niedrig. Auch die Oktavreinheit der High E String war nicht sauber.

So habe ich die Saitenlage noch malüberarbeitet und bei 2,5mm am 12 Bund war dann kein zirpen mehr zu hören.

Die Oktavunreinheit hätte ich der Saite zugeschrieben da es immer wieder mal Saiten gibt, die einfach nicht ok sind.

 

Leider konnte auch eine neu Saite die der Kunde aufgezogen hatte keine verbesserung bringen. ich hatte sogar das gefühl. dass es fast noch mehr geworden ist nachdem die Saite längere Zeit unter Zug gestanden hat.

 

Beunruhigt hat mich das nicht da ich ja die Unfachlich installierte Stegeinlage nicht aus dem Hinterkopf gestrichen hatte. Also habe ich eine neu Saite aufgezogen. Die Oktavreinheit war etwas besser aber immer noch nicht da wo sie hin gehört. Jetzt habe ich den Steg wieder lose und schräg nach vorne gekippt eingebaut, gestimmt und siehe da, Oktavrein.

 

Nun, so kann ich die Arbeit, wenngleich sie der Ausgangssituation entspricht, nicht aus meiner Werkstatt entlassen. So habe ich eine neue Stegeinlage besorgt und die Nut neu gemacht. Jetzt ist auchdieses Problem behoben.

 

Fazit:

Lösungen sind nicht pragmatisch. Es gilt die Probleme Schritt für Schritt abzuarbeiten.

Am Ende bekommt man eine Vernünftige Arbeit und ein Instrument das man auch bespielen kann.

 

Im Anschluß einige Bilder der Arbeitsschritte.